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GRAL - Geschichte und Allgemeines
Groner Antifaschistische Liste

GralDie GRAL wurde bereits im Jahr 2000 von Mitgliedern der „Groner Bürgerinitiative Antifaschismus (GROBIAN) und Anderen mit dem Ziel gegründet, aktiv in die örtliche Kommunalpolitik einzugreifen. Wir veröffentlichten hierzu damals folgenden Text:

„Aus GROBIAN wird GRAL - Ortsratswahl 2001

Die „Groner WählerInnenintiative Antifaschismus“ kandidiert zum ersten Mal zum Groner Ortsrat und ist dennoch keine Unbekannte: Seit mehr als 10 Jahren ist sie als Bürgerinitiative im Stadtteil tätig:
Das internationale Straßenfest in Grone-Süd, in diesem Jahr zum 9. Mal begangen, zieht Jahr für Jahr mehr TeilnehmerInnen an.

Die „Antifa Grone“ gehörte zu den Initiatoren und Ideengebern, damit Bürgerfeste, die einen integrierenden Charakter haben sollen, auch dort stattfinden, wo Integration statt Ausgrenzung nötig ist - in den Straßen, in denen Menschen verschiedener Herkunft wohnen.

Der Runde Tisch Grone, gegründet mit dem Zusatz „gegen Ausländerfeindlichkeit“ hat in den vergangenen Jahren seine Bedeutung immer wieder bewiesen: Er hat dafür gesorgt, dass Betroffene und Interessierte über Parteigrenzen hinweg diskutieren können, wie gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus vorgegangen werden kann.

Die „Antifa Grone“ war von Anfang an dabei. Der Runde Tisch hat in den Jahren seine Aufgabenstellung erweitert und die Antifa hat konstruktive Beiträge dazu geleistet.
GegendemonstrantenDie Gegendemonstrationen zu den Naziaufmärschen in den vergangenen 2 Jahren waren eindrucksvolle Kundgebungen gegen die braune Ideologie. Die „Antifa Grone“ hat konsequent versucht, diese Aktionen in Grone bekannt zu machen. Mit Initiativen am Runden Tisch, Flugblättern und der Organisierung gemeinsamer, kleiner Demonstrationen in die Stadt hat sie sich aktiv in die Politik vor Ort eingemischt.

                                                            
Das Stadtteilforum Grone soll mit BürgervertreterInnen dazu beitragen, die notwendige Sanierung der Neubaugebiete im Sinne der BewohnerInnen anzupacken. Die Antifa Grone hat konstruktive Vorschläge gegen die pragmatischen Lösungsansätze der Stadtverwaltung in die BürgerInnenversammlung eingebracht. Erst auf Ihren Antrag hin wurde die Gruppe der Ausländer als eigenständig zu vertretende Liste durch die Versammlung bestätigt

Das Nachbarschaftszentrum Grone und das Stadtteil-Zentrum als dessen Vorläufer bilden einen wichtigen Punkt bei der Entwicklung solidarischer, nachbarschaftlicher Verhältnisse. Die Antifa Grone hat diesen Gedanken immer unterstützt und war eine der ersten NutzerInnen des jetzigen Stadtteil-Zentrums. Heute arbeitet sie aktiv und konstruktiv in der NutzerInnenversammlung mit. 

Öffentliche Informationsveranstaltungen zum Thema Neofaschismus sind notwendige Foren, um sich mit dem Gedankengut des rechten Randes auseinanderzusetzen und Gegenstrategien zu entwickeln. Seit Existenz der Groner Antifa gehörten diese Veranstaltungen zu ihren regelmäßigen Aktionen.

Aufkleber, Plakate und andere Zeichen neofaschistischer Organisationen finden sich leider immer wieder in Grone; sie zu entfernen gehört zur Zivilcourage eines antifaschistischen Verständnisses. Die Groner Antifa hat immer darauf geachtet, dass hier entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Sie gehörte immer zu denjenigen, die die Zivilcourage aufbrachten und mitgeholfen haben, derartige Zeichen zu entfernen.

Groner Antifaschistische ListeWir von der Antifa Grone, der Groner Bürgerinitiative Antifaschismus (GROBIAN) haben uns vorgenommen, den Gedanken des Antifaschismus auch in Form einer Wahlbeteiligung in die politische Diskussion zu bringen. Dabei gehen wir nicht davon aus, dass es ein Monopol dafür gibt, welches wir innehaben. Im Gegenteil: Wir wissen durch unsere Zusammenarbeit mit vielen Menschen in den vergangenen Jahren, dass es in und außerhalb von Parteien ehrliche, an diesem Thema Interessierte gibt.

Unsere erste Überlegung war, den Grünen und der PDS, die ebenfalls zum Ortsrat kandidieren, vorzuschlagen, auf ihre Kandidatur zu verzichten und gemeinsam mit uns eine parteiübergreifende WählerInneninitiative mit Schwerpunkt Antifaschismus zu bilden. Wir bedauern, dass sich diese Parteien diesen Gedanken nicht anschließen wollten.

Unsere zweite Überlegung war, dann wenigstens eine „Zählgemeinschaft“, zu bilden, bei der jede Organisation allein kandidiert, „überzählige“ Stimmen jedoch zusammengezählt werden. Damit wollen wir verdeutlichen, dass es uns nicht um eine Konkurrenz zu anderen Kandidaten geht, die eindeutige Positionen gegen Rassismus und Faschismus vertreten, sondern eine Bündelung der antifaschistischen Arbeit unter einem gemeinsamen Dach. Leider haben die Grünen dies ebenfalls abgelehnt.

Diesen Schwerpunkt wollen wir in der alltägliche Ortsratsarbeit einbringen: Ob es um die Sanierung der Neubaugebiete, Initiativen zum Nachbarschaftszentrum, solidaritätsstiftende Aktionen, schulische Integration oder auch nur um die Namengebung einer neuen Straße geht, wir werden als nicht parteigebundene Kraft darauf hinwirken, dass Grone zu einem beispielhaften Stadtteil wird, in dem Menschen unterschiedlicher Nationalität in Freundschaft und gegenseitiger Achtung solidarisch zusammenleben können und neofaschistische Umtriebe keine Chance haben.“

Zum Ergebnis der Ortsratswahl veröffentlichten wir folgende Stellungnahme:

„Ortsratswahl 2001:Groner Antifaschistische Bürgerliste: 1,3 %

Zugegeben, für die Mehrheit im Ortsrat reicht es nicht, trotzdem sind die Mitglieder und Kandidaten der GRAL nicht unzufrieden, Denn: 130 Stimmen von ca. 50 bis 80 Menschen zu erhalten ist bei der ersten Kandidatur nicht schlecht. Wir bedanken uns bei den Wählerinnen und Wählern, die nicht das jeweils kleinere Übel gewählt haben.

Bedauerlicherweise haben nur noch 41, 8 % der wahlberechtigten GronerInnen an der Wahl teilgenommen. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Bevölkerung eigentlich keine Erwartungen mehr an die Gremien haben, die zu wählen sind, weil diese ja doch machen, was sie wollen.

Die NPD hat leider doch noch mit 208 Stimmen 2,1 % erhalten. Zwar ist dies weniger als in vorangegangenen Jahren, jedoch immer noch das Doppelte des Göttinger Durchschnitts. Besonders hervorgetan hat sich das Wahlbezirk Grone-Süd 4, wo es herausragend mehr Stimmen für die Neofaschisten gab als in den anderen Wahlbezirken. Die GRAL wird sich verstärkt daran beteiligen, hier ein Atmosphäre zu schaffen, in der sich brauner Dreck nicht festsetzen kann.

Zu unserem Bedauern sind die Grünen aus dem Ortrat herausgeflogen: 510 Stimmen haben nicht gereicht. Dabei hatte die GRAL eine Brücke gebaut, über die sie offensichtlich nicht gehen wollten: Zunächst hatten wir eine gemeinsame Kandidatur vorgeschlagen und – als dies abgelehnt wurde – wenigstens eine Listengemeinschaft zusammen mit der PDS vorgeschlagen. Wären die Grünen auf diesen Vorschlag eingegangen, hätten sie heute den 13. Platz im Ortsrat inne - statt der SPD. Leider haben die Grünen dies abgelehnt, ohne dass die Groner KandidatInnen es für nötig erachteten, überhaupt einmal mit uns zu diskutieren.

Die Mitglieder  und Kandidaten der GRAL werden auch in den kommenden fünf Jahren in Grone aktiv bleiben: Für ein antifaschistisches, solidarisches Leben in Grone!“

Zu den Kommunalwahlen 2006 ergab sich dann eine neue Situation, in der sich die PDS, die WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) sowie die DKP zusammen mit Unorganisierten zur „Göttinger Linke“ zusammenschlossen. Diesem Zusammenschluss haben wir von Anfang an unterstützt und erklärten damals in Flugblättern:

Groner Antifaschistische Liste (GRAL) in der Göttinger Linke

„... Grobian ist seit mehr als 15 Jahren im Stadtteil aktiv; nicht nur im antifaschistischen Sinn, sondern auch im kultur- und sozialpolitischen Sinn. So arbeiten wir nicht nur beim Runden Tisch Grone mit sondern waren auch Initiatoren des Internationalen Straßenfestes im Süntelweg sowie des Filmsommers Grone; beides inzwischen feste Bestandteile des Lebens in Grone-Süd.

Bereits vor fünf Jahren reifte der Gedanke, dass solche Inhalte auch in den Ortsrat Grone hineingetragen werden müssen. Und so gründeten wir 2001 die WählerInnengemeinschaft “Groner antifaschistischen Liste“ (GRAL), die dann zum Ortsrat Grone kandidiert hat.

In diesem Jahr, zu den Kommunalwahlen am 10. September wird es mit der „Göttinger Linke“ eine stadtweite linke Kandidatur geben, der wir uns angeschlossen haben. Wir haben uns dieser gemeinsamen Kandidatur angeschlossen, weil

a) wir unsere Inhalte dort einbringen konnten und

b) die sozialen Bedürfnisse der benachteiligten Menschen aufgenommen wurden.

Zu den Kommunalwahlen am 10. September sind wir also auf den Listen der Göttinger Linke zu finden und auch wir werden dort zum Ortsrat und/oder zum Rat der Stadt Göttingen kandidieren. ...“

Der Erfolg gab uns Recht: Sowohl 2006 als auch 2009 konnte die gemeinsame Liste der „Göttinger Linke“ zum Ortsrat Grone jeweils einen Sitz erreichen.

Zwar wurde die Groner antifaschistische Liste (GRAL) als „Wählerinitiative im Sinn der nieders. Gemeindeordnung“ offiziell im Juni 2006 aufgelöst, jedoch verstehen sich die Groner AktivistInnen immer noch als örtliche antifaschistische Liste.